Nachruf Ulrike Stroh

Ende August erreichte uns die traurige Nachricht, dass Ulrike Stroh gestorben ist. Ulrike hat mit mir gemeinsam 2005 den Grundkurs in Graz bei Uta Pohl-Patalong absolviert, die uns ermutigte, mit Bibliolog in Österreich zu beginnen. Ulrike hatte mir in diesem Zusammenhang den Vorschlag gemacht, einen Kurs in der Licht-Klause, dem von ihr und ihrem Mann Heinz geschaffenen Haus für Meditation und Bibelgespräch, zu organisieren. 2007 war es nach einigen zuvor gemeinsam angebotenen Schnupperkursen soweit: Ulrike und ich leiteten gemeinsam den ersten Grundkurs in Österreich.

Mit der Ausbildung von Bibliologleiterinnen und -leitern in der Licht-Klause zu beginnen, bedeutete, dass dieser kreative Zugang zu biblischen Texten sich an einem besonderen Ort offener Spiritualität und innerer Freiheit entfalten konnte. Viele Jahre hindurch hat der Bibliolog in der Licht-Klause Heimat gefunden und ist nach wie vor mit ihr verbunden. Ulrike hat als Trainerin des Anfangs den Bibliolog und sein Wurzelschlagen in Österreich mit besonderen Begabungen bereichert. Sie hat mit ihrer unverwechselbaren Haltung Klarheit, Entschiedenheit und Konsequenz, Humor und Spritzigkeit, aber auch Sanftmut, Vertrauen und eine große Gelassenheit walten lassen, wenn es um Ausbildungsfragen ging. Bedeutsam und einzigartig war aber ihre spirituelle Grundhaltung mit der sie sich dem Bibliolog zuwandte und durch die es ihr gelang, Menschen, Texte und Gott gemeinsam in der Begegnung zum Klingen zu bringen.

Wir werden sie vermissen: innerhalb der Bibliolog-Szene, in der Grazer Peergruppe, als Weggefährtin, Freundin, als eine Frau, die gelebt hat, dass Kraft und Zärtlichkeit, machtvolles Wirken und Hingabe zusammengehen, weil sie zwei Seiten ein und derselben Medaille sind.

Möge sie, so wie es in der Parte zu lesen ist, uns im sanften Wiegen, Klingen, Schwingen und Tönen von der jenseitigen Welt her nahe sein.

von Maria Elisabeth Aigner